Umweltauswirkungen des Gesundheitssektors
Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen ist nicht nur ein Trend, sondern eine Notwendigkeit. Denn während Krankenhäuser Leben retten, verursachen sie gleichzeitig einen erheblichen Anteil an globalen Emissionen und damit indirekt Gesundheitsrisiken. Besonders OP-Säle spielen dabei eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, Ressourcenverbrauch und Abfall zu senken. Wir zeigen, wo die größten Umweltbelastungen entstehen und wie Serres Nemo hier einen echten Unterschied macht.
Der Gesundheitssektor ist entscheidend für das Wohlergehen der Menschen weltweit, doch er belastet die Umwelt stärker, als viele denken. Um das Ausmaß zu verdeutlichen: Der Luftfahrtsektor verursacht 2–3 % der globalen Treibhausgasemissionen. Der Gesundheitssektor ist dagegen für nahezu 5 % verantwortlich – in einigen wohlhabenden Ländern können es sogar bis zu 10 % sein (1).
Die Umweltverschmutzung durch das Gesundheitswesen wirkt sich direkt auf die Gesundheit der Menschen aus. In den USA führt sie jährlich zu einem Verlust von 405.000 bis 470.000 Jahren gesunden Lebens (Disability-Adjusted Life Years, DALYs) (2). In Europa wurden die Emissionen des Gesundheitssektors 2020 auf 356 kg CO₂e pro Person geschätzt, was zu einem Verlust von 540.000 gesunden Lebensjahren führte (3). Die Folgen von Treibhausgasen und Luftverschmutzung sind vielfältig: Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, erhöhtes Lungenkrebsrisiko und neurologische Störungen (4).
Die gute Nachricht: Immer mehr Länder ergreifen Maßnahmen. Über 80 Länder haben sich bereits offiziell verpflichtet, klimaresistente und kohlenstoffarme Gesundheitssysteme zu entwickeln (5).
Unser Ansatz zur Nachhaltigkeit wird in dem Serres Nachhaltigkeitsbericht erläutert:
Den CO₂-Fußabdruck des Gesundheitssektors verstehen
Die CO₂-Emissionen im Gesundheitswesen entstehen durch eine Vielzahl von Aktivitäten, darunter Lieferketten, Energieverbrauch in Gebäuden, Transport und Entsorgung medizinischer Abfälle. Das Weltwirtschaftsforum prognostiziert, dass der CO₂-Fußabdruck des Sektors bis 2050 ohne Gegenmaßnahmen dreifach ansteigen könnte (6).
Operationen und OP-Säle machen zwar nur einen kleinen Teil der Krankenhausfläche aus, tragen aber wesentlich zur Gesamtmenge des erzeugten Abfalls bei. Diese Bereiche sind besonders energie- und ressourcenintensiv und können bis zu 25 % des gesamten CO₂-Fußabdrucks eines Krankenhauses ausmachen (7).
Das Problem: Abfallmanagement in OP-Sälen
Laut WHO sind Krankenhaus-Operationssäle eine bedeutende Abfallquelle und erzeugen zwischen 0,2 und 0,5 kg gefährlichen Abfall pro Krankenhausbett (8). Studien schätzen, dass OP-Säle bis zu 70 % des gesamten Krankenhausabfalls verursachen (9). Eine einzelne Operation kann bis zu 12 Liter Flüssigabfall produzieren, während ein typischer OP-Saal bis zu 2 Tonnen Flüssigabfall pro Monat generiert (10).
Auch wenn diese Zahlen je nach Land und Verfahren variieren, zeigt sich klar: Es gibt Handlungsbedarf, um die Umweltauswirkungen im Gesundheitswesen zu reduzieren.
Die Herausforderung einer klimaneutralen Gesundheitsversorgung
Mit der wachsenden Debatte über Umweltfragen im Gesundheitswesen rückt der Einfluss von Materialabfällen und Emissionen im OP zunehmend in den Fokus. Die drei Säulen der ökologischen Nachhaltigkeit – reduzieren, wiederverwenden, recyceln – lassen sich in OP-Sälen nur schwer umsetzen. Ein Großteil des Abfalls kann aufgrund von Sicherheitsvorschriften und Hygieneanforderungen nicht wiederverwendet werden.
Daher gewinnt die Wiederaufbereitung von Materialien an Bedeutung. Die Food and Drug Administration (FDA) setzt verstärkt auf die Entwicklung innovativer, umweltfreundlicher Medizinprodukte der nächsten Generation (11).
Serres Nemo: Weniger Abfall, weniger Emissionen
Serres hat für diese Herausforderung eine Lösung entwickelt: Serres Nemo – ein Gerät zur Entsorgung medizinischer Flüssigkeiten, das das hygienisch sichere Entleeren der Serres-Absaugbeutel ermöglicht und gleichzeitig die anfallende Abfallmenge deutlich reduziert. Mit Serres Nemo können Krankenhäuser bis zu 97 % CO₂e einsparen, die sonst durch Transport und Verbrennung von Abfällen entstehen. Bei einer Nutzung von 10.000 Absaugbeuteln pro Jahr sind die Einsparungen bei Kosten und CO₂e-Emissionen signifikant:
Um die Umweltauswirkungen unserer Produkte besser zu verstehen und weiter zu reduzieren, haben wir eine Cradle-to-Grave-Analyse für unseren 2-Liter-Absaugbeutel durchgeführt. Mehr dazu im Blogbeitrag: CO2-Fußabdruck des 2l Serres Absaugbeutels
Dabei haben wir fünf zentrale Bereiche identifiziert, in denen wir gemeinsam mit Krankenhäusern signifikante CO₂e-Einsparungen erzielen können.
Zusätzlich untersuchen wir kontinuierlich neue nachhaltige Rohstoffe. Um weiterhin Vorreiter in unserem Bereich zu bleiben, liegt unsere Priorität darin, fossile Materialien zu reduzieren und langfristig zu ersetzen.
Auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Gesundheitsversorgung
Die Umweltauswirkungen des Gesundheitswesens sind unbestreitbar – doch genau darin liegt auch eine Chance. Das Engagement für Leben und Gesundheit sollte nicht nur für den Menschen gelten, sondern auch die Gesundheit unseres Planeten berücksichtigen.
Indem das Gesundheitswesen seine Emissionen und Abfälle identifiziert und reduziert, kann er als Vorbild dienen und eine gesündere, nachhaltigere Zukunft fördern.
Quellen
(1) Climate change and health: three grand challenges | Nature Medicine
(3) Hidden harm: US healthcare emits more greenhouse gas than entire UK | Reuters
(4) Health consequences of air pollution | WHO
(5) Country commitments to climate change and health (who.int)
(6) 6 ways the pharmaceutical industry can reduce its climate impact | World Economic Forum
(7) Cultivating sustainability in NBT’s operating theatres | North Bristol NHS Trust
(8) Health-care waste (who.int)
(10) People, planet and profits: the case for greening operating rooms – PMC (nih.gov)