Kunststoffabfälle im Krankenhaus: Neue Ansätze für mehr Nachhaltigkeit 

Krankenhäuser erzeugen täglich große Mengen an Abfall – ein großer Teil davon besteht aus Kunststoff. Dieser ist für Hygiene und Sicherheit unverzichtbar, wird jedoch häufig aus Vorsicht vor Kontamination verbrannt. Dabei bieten gerade Krankenhauskunststoffe großes Potenzial: Wir zeigen Ihnen neue Ansätze, wie Abfälle sich sicher recyceln lassen und so Emissionen deutlich reduziert werden können. 

Weg von der Verbrennung – hin zum Recycling 

Kunststoffabfälle aus Krankenhäusern stellen eine besondere Herausforderung dar. Allein in Finnland entstehen jährlich rund 10.000 Tonnen(1), weltweit wird die Menge bis 2025 auf über 20 Millionen Tonnen geschätzt(2). Ein Großteil davon entfällt auf Einweg-Sterilverpackungen, Desinfektionsmittelbehälter, Infusions- und Nahrungsbehälter sowie Medikamentenverpackungen. 

Die Verbrennung gilt bislang als Standardlösung, da mögliche Kontaminationen vermieden werden sollen. Gleichzeitig sind Krankenhauskunststoffe besonders rein und streng kontrolliert – deutlich besser geeignet für Recycling als viele Kunststoffabfälle aus dem Alltag. Serres sieht daher großes Potenzial darin, insbesondere nicht kontaminierte oder niedrig-risikobehaftete Kunststoffe verstärkt zu recyceln. 

Die Rolle von Serres im PlasticsCircularity-Projekt 

Serres beteiligt sich aktiv an einem von Business Finland geförderten Projekt, das sich mit dem Recycling von Krankenhauskunststoffen beschäftigt. Die Produkte von Serres, darunter die Serres Absaugbeutel, werden weltweit täglich in über 80.000 Eingriffen eingesetzt. Schon kleine Veränderungen im Umgang mit Kunststoffabfällen können daher eine große globale Wirkung entfalten.
Das Projekt ist eng mit der übergeordneten PlasticsCircularity-Initiative, koordiniert von VTT, verknüpft. Ziel ist es, den Wandel hin zu einer nachhaltigeren Kunststoffnutzung voranzutreiben. Dabei wird daran gearbeitet, Kontaminationsrisiken besser zu verstehen, Recyclinghürden zu identifizieren und fundierte Entscheidungsgrundlagen zu schaffen. 

Forschungsbasierte Lösungen: Was funktioniert am besten? 

Im Rahmen des Projekts untersuchte eine Masterarbeit von Masoud Ghaffari an der LUT University die Umweltauswirkungen verschiedener Entsorgungswege für Krankenhauskunststoffe. Grundlage war die Analyse von Kunststoffabfällen des Helsinki University Hospital in Meilahti aus dem Jahr 2023. Verglichen wurden mechanisches Recycling, chemisches Recycling und energetische Verwertung. 

Die Ergebnisse sind eindeutig: Die Kombination aus verbessertem mechanischem und chemischem Recycling stellt die nachhaltigste Lösung dar. Durch die Desinfektion von niedrig-risikobehafteten Abfällen – wie Handschuhen oder anderer Schutzausrüstung – vor dem Recycling konnte eine Recyclingquote von 51 % erreicht und der CO₂-Ausstoß um 58 % reduziert werden, verglichen mit der bisherigen Praxis der Verbrennung. 

Diese Erkenntnisse unterstützen den Ansatz von Serres, Krankenhauskunststoffe durch intelligente Prozesse und Zusammenarbeit als wertvolle Ressource zu nutzen – und nicht nur als Abfall zu betrachten. 

Ein nachhaltiges System im Gesundheitswesen aufbauen 

Mehr Kunststoffrecycling im Krankenhaus erfordert mehr als nur bessere Materialien – es braucht funktionierende Systeme und Zusammenarbeit über verschiedene Bereiche hinweg. Wie Jari Herranen, Product Marketing Manager bei Serres, betont: 

„Mehr Recycling von Kunststoffabfällen im Krankenhaus erfordert Innovationen im gesamten System. Es geht nicht nur um bessere Produkte, sondern um effektive Lösungen, die über Organisationsgrenzen hinaus funktionieren. Wenn die Kreislaufwirtschaft im Mittelpunkt steht und durch klare Richtlinien sowie Schulungen unterstützt wird, können wir gemeinsam eine nachhaltigere Zukunft gestalten.“ 


Serres verfolgt das Ziel, diesen Wandel aktiv mitzugestalten und nachhaltige Lösungen im Gesundheitswesen weiter voranzubringen.


Dieser Blogbeitrag basiert auf Inhalten des SPIRIT-Programms. Den vollständigen Artikel finden Sie auf der SPIRIT-Website